Wildtiere im Siedlungsraum Baden- Württembergs

In ganz Europa erobern Wildtiere den Siedlungsraum. Längst geht es nicht mehr um altbekannte Untermieter menschlicher Behausungen und Gärten wie Steinmarder, Igel  und Fledermäuse; die Liste der „Stadttiere“ wird stetig länger.

Wildtiere haben entdeckt, dass menschliche Siedlungen hervorragenden Lebensraum bieten mit konstantem Nahrungsangebot, milderem Klima, bester Deckung und wenigen Feinden. Die im Siedlungsraum oft wenig scheuen Wildtiere sind für viele Bewohner eine Bereicherung. Andererseits sehen sich die Kommunen neuen Konfliktfeldern gegenüber. Das Spektrum reicht von Lärmbelästigung über Verschmutzungen durch Kot, Fraß in Gärten, Aufgraben von Grünanlagen, bis zu Übertragung von Krankheiten und Unfällen mit Personenschäden. Handlungsbedarf ist offensichtlich, sowohl bezüglich Aufklärung und Prävention, als auch bezüglich Schadensminimierung und Populationskontrolle.

Die Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Uni Freiburg beschäftigt sich in Kooperation mit der Professur für Forst- und Umweltpolitik seit 2010 mit diesem Thema. Gefördert wird die Arbeit vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg aus den Mitteln der Landesjagdabgabe.

Die Erfahrungen aus den abgeschlossenen Projekten "Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs I + II" zeigen, dass dieses Thema an Brisanz zunimmt.
Inzwischen besitzen wir einen Überblick über auftretende Wildtierarten und Konflikte, sowie über gesellschaftliche Rahmenbedingungen und darüber, wie seitens der öffentlichen Verwaltung mit Mensch-Wildtier-Konflikten im Siedlungsraum umgegangen wird. Wir stellten einen großen Verbesserungsbedarf fest.
Momentan befinden wir uns in der dritten Projektphase  und möchten nun die Umsetzung unserer Empfehlungen zum Wildtiermanagement im Siedlungsraum in Baden-Württemberg anhand der Modelllandkreise Waldshut und Freiburg wissenschaftlich begleiten und evaluieren. 
Auf der Website http://wildtiere-stadt.wildtiere-bw.de  vermitteln wir Informationen über Wildtiere im Siedlungsraum, deren Lebensweise und den richtigen Umgang mit ihnen.
Mit bw.wildenachbarn.de greifen wir die Idee der Citizen Science auf und geben Bürgern die Möglichkeit, Wildtiersichtungen zu melden.

Tierbeobachtungen gesucht!

 
Biberspuren. © E. Dietrich, stadtwildtiere.ch

Viele Wildtiere sind nachtaktiv und man bekommt sie nur selten zu Gesicht. In ihren Gebieten hinterlassen sie jedoch Spuren und verraten damit ihre Anwesenheit. Gemeldet werden können neben Tierbeobachtungen auch Spuren wie Fuchsbaue, Erdhügel von Schermaus oder Maulwurf oder Tierlosungen. Anhand der Eigenheiten der Spuren lässt sich oft die Tiergruppe oder sogar die Art bestimmen. Deshalb dazu immer auch ein, zwei Bilder hochladen.

Melden Sie uns Ihre Beobachtungen von Wildtieren und ihrer Spuren, indem Sie sie auf unserer Webplattform eintragen.

Oder besuchen Sie unsere Galerie und entdecken Sie, welche Bilder Beobachter/innen hochgeladen haben.

Service
Betreut von SWILD
Wilde Nachbarn Baden-Wrttemberg
Träger
Gefördert durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, finanziert aus Mitteln der Landesjagdabgabe.